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Fußball in Baden-Württemberg
Donnerstag, 25. Juni 2015

Von den Profis zurück zu den Wurzeln

Von Unserem Redakteur Alexander Bertok

Der Heilbronner Hanspeter "Quax" Göggelmann wird Trainer beim A3-Ligisten FC Kirchhausen


 

 

Von den Profis zurück zu den Wurzeln

Hanspeter Göggelmann ist ein Verfechter moderner Spielkultur.Foto: Bertok 

Den Älteren unter den Unterländer Fußballfans ist der Name Hanspeter "Quax" Göggelmann ein Begriff. Der ehemalige Rechtsanwalt spielte einst in der Jugend und als Aktiver in der Oberliga für den VfR Heilbronn. Auch in Handballkreisen kennt man den heute 66-Jährigen, führte er doch die Handballfrauen des VfL Neckargartach als Manager (1985 bis 1990) von der Regionalliga über die 2. Liga in die erste Bundesliga.

Nachwuchsarbeit In späterer Zeit engagierte er sich im Profifußball, überwiegend in der Nachwuchsarbeit. Jetzt hat der Verfechter moderner Spielformen seinen Hauptwohnsitz endgültig wieder nach Heilbronn verlegt. Doch ganz ohne Fußball kann der Rentner nicht, und so übernimmt er in der nächsten Saison den A3-Ligisten FC Kirchhausen als Trainer. Außer beim VfR Heilbronn spielte Quax für den SV Sandhausen, Hamburger SV II, Union Böckingen und die TSG Backnang - jeweils in der Oberliga, der damals dritthöchsten Liga in Deutschland. "Ich war der klassische Zehner alter Schule", erzählt "HP", der ab 1995 Weggefährte von Uwe Rapolder war. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen VfR-zeiten. "Das war 1976, ich war Spielführer und Uwe kam aus der A-Jugend zu den Aktiven."

Zu Rapolders Zeiten als Trainer des SV Waldhof Mannheim war Göggelmann stiller, aber wissbegieriger Zuschauer. "Der Uwe war damals einer der Vorreiter des modernen Fußballs in Deutschland", hebt Göggelmann hervor und erinnert sich an das letzte Spiel Rapolders beim damaligen Zweitligisten: "Das war im Mai 2001, da wurde Mainz 05 mit 4:0 besiegt. Trainer in Mainz war zu dieser Zeit Jürgen Klopp, der nach der deutlichen Pleite meinte, er habe heute den Fußball der Zukunft gesehen, aber leider nicht von seiner Mannschaft."

Uwe Rapolder übernahm nach Waldhof das Traineramt beim Zweitligisten LR Ahlen und holte Göggelmann, der die C-Junioren der TG Heilbronn betreute, als Jugendkoordinator nach Westfalen. "Später wurde ich Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums, führte die Viererkette und das ballorientierte Spiel ein. Die B- und A-Junioren sind unter mir in die Bundesliga aufgestiegen", berichtet Göggelmann. Spieler wie Marco Reus und Kevin Großkreutz trugen in dieser Zeit das Ahlener Jugendtrikot.

Nach fünfeinhalb Jahren war Schluss. Den ehemaligen Heilbronner CDU-Stadtrat (1980 - 1994) zog es zum TuS Koblenz, dort war inzwischen auch Uwe Rapolder angekommen. Als Teammanager der Profi-Mannschaft endete Göggelmanns Tätigkeit dort im Jahr 2010. "Ich wurde quasi in Sippenhaft genommen und musste zusammen mit Rapolder gehen", erzählt Göggelmann, der in den Jahren danach in der Talent- und Spielersichtung für den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt tätig war.

Hauptwohnsitz Als Ruheständler ist der Hauptwohnsitz wieder Heilbronn. "Hier sind meine Wurzeln", sagt Quax, der seinen Spitznamen quasi von Geburt an hat und diesen dem Heinz-Rühmann-Film "Quax, der Bruchpilot" verdankt. Über seinen Sohn Sven, der in Kirchhausen spielt, kam Göggelmann mit den dortigen Vereins-Verantwortlichen in Kontakt und übernimmt nun zur neuen Saison den FCK als Trainer.

"Die Mannschaft hat Potenzial. Ziel ist es in der nächsten Saison in der Kreisliga A3 vorne mitzuspielen. Mittelfristig wird die Bezirksliga anvisiert", ist Göggelmann ehrgeizig und zeigt Zuversicht.