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Fußball in Baden-Württemberg
Freitag, 26. Juni 2015

Überraschungen oben wie unten

Von Werner Grässle

Ein Rückblick auf die Kreisliga-Saison 2014/15: Das bleibt hängen von dieser Spielzeit


 

 

Überraschungen oben wie unten

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die Spieler des SV Reihen feiern den Meistertitel in der Kreisliga und den Landesliga-Aufstieg.Fotos: Klaus Krüger 

Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Die Kreisliga Sinsheim blickt auf eine der außergewöhnlichsten Punkterunden der vergangenen Jahre zurück. Mit überraschendem Ausgang. Keiner hatte den SV Reihen vor Saisonbeginn auf seinem Zettel, als die Meisterschaftsfrage gestellt wurde.

Zu eindeutig schien die Rolle auf den TSV Helmstadt zugeschnitten zu sein. Der große Favorit, er steht am Ende mit leeren Händen da. "Wir schauen nur von Spiel zu Spiel", hatte dagegen Georg Böhmann zwischenzeitlich die Ergebnisse seiner Mannschaft wenig euphorisch kommentiert. Der Coach des SV Reihen sollte mit seiner unaufgeregten Art letztendlich recht behalten. Die altbekannte Fußballweisheit bewahrheitete sich erneut: Spiele gewinnt man im Sturm, die Meisterschaft in der Abwehr.

Auch ein Erfolgsrezept für die Böhmänner, die in ihren 30 Partien lediglich 24 Gegentreffer und damit mit Abstand die wenigsten der ganzen Liga zuließen. Mit Ausnahme des 6:1-Kantersieges über den an diesem Tage indisponierten FVS Sulzfeld und des erwarteten 5:0-Erfolges über das absolute Schlusslicht TSV Reichartshausen kamen die Punkte des neuen Meisters über seine Konkurrenz aber immer auch äußerst umkämpft zustande. Im direkten Vergleich mit dem hartnäckigsten Verfolger TSV Helmstadt zog der SV Reihen sogar den Kürzeren. Zu Hause beim 0:2 drei Punkte verloren, in Helmstadt beim 2:2 vielleicht aber auch zwei Zähler. "Das ging nicht mit rechten Dingen zu. Der Ausgleichstreffer des TSV Helmstadt fiel in der 96. Minute", sah sich Georg Böhmann in diesem Spitzentreffen um die Tabellenführung Anfang Oktober mit seiner Mannschaft vom Schiedsrichter noch benachteiligt.

Alles im Lot Zur Winterpause schien also bei den Vorhersagen noch alles im Lot zu sein. Der TSV Helmstadt lag mit drei Punkten Vorsprung in Führung, auch die diesjährige Meisterschaft schien wahrscheinlich. Die Propheten hatten allerdings die Rechnung ohne den TSV Helmstadt selbst gemacht. Fünf Niederlagen in der Rückrunde, das war letztendlich für die Elf von Marcel Groß des Schlechten zu viel. Absturz auf Platz zwei, deutliche Niederlage in der Relegation - der TSV Helmstadt muss nun eine erneute Runde in der Kreisliga Sinsheim drehen.

Schießbude der Liga Dies würde liebend gerne auch Manfred Elberth mit seinem TSV Reichartshausen. "Wer, wenn nicht wir, sollte absteigen. Wir sind ein ganz heißer Kandidat auf den letzten Tabellenplatz", hatte der erste Vorsitzende der Reichartshäuser vor dem Saisonstart gesagt. Mit 120 Gegentreffern erwies sich sein Team letztendlich auch als die Schießbude der Liga.

Einen einzigen Punkt haben die Reichartshäuser dennoch ergattert. Selten wurde ein torloses Remis, wie das 0:0 gegen den TSV Steinsfurt, so euphorisch gefeiert. Der letztjährige Aufsteiger TSV Steinsfurt durfte denn ebenfalls nur ein Jahr lang Höhenluft schnuppern. Nach der 1:3-Niederlage in der Verlängerung gegen den A-Liga-Zweiten VfB Bad Rappenau in der Relegation geht es runter. Zusammen mit dem TSV Waldangelloch.

SV Treschklingen, TSV Obergimpern, FVS Sulzfeld, SG Waibstadt, oder auch VfB Epfenbach - was ist von diesem großen Namen der Kreisliga Sinsheim nach 30 Spieltagen im Gedächtnis hängen geblieben? Guten Fußball wollten sie alle spielen. Haben sie auch, zumindest zeitweise. Zu wenig allerdings, um für die wahren Glanzpunkte dieser Saison zu sorgen.

 

 

Überraschungen oben wie unten

Der Mann war wirklich nicht zu beneiden: Torwart Ruven Fandel vom TSV Reichartshausen stand in der Schießbude der Kreisliga. 

 

 

Überraschungen oben wie unten

Der TSV Helmstadt und Marcel Schaardt sind nicht nur am Meistertitel vorbeigeflogen, sondern auch am Landesliga-Aufstieg.