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Fußball in Baden-Württemberg
Freitag, 19. Juni 2015

Österlein gibt den General

Von Marc Schmerbeck

Trainer des SV Dimbach hat mit Torhüterwechsel vor dem Elfmeterschießen das richtige Händchen


 

 

Österlein gibt den General

Gefeierter Mann: Michael Singer, Torhüter des SV Dimbach, parierte gegen den VfL Mainhardt drei Elfmeter.Foto Marc Schmerbeck 

Dirk Österlein war zunächst einmal sprachlos. Völlig ausgepumpt stand der Trainer des SV Dimbach auf dem Rasen in Hessental. Einige Meter entfernt jubelten seine Spieler. Österlein hielt sich raus. Er brauchte eine Pause. "Ich weiß gar nichts mehr. Mir ist alles egal", sagte er. Dann sammelte sich der Dimbacher Coach langsam. Seine Mannen hatten den Aufstieg in die Kreisliga A1 doch noch geschafft. Nach einem Elfmeterschießen im Relegationsspiel gegen den VfL Mainhardt.

Schachzug Und Österlein hatte den richtigen Schachzug auf Lager gehabt. Er machte es wie einst Louis van Gaal. Bei der WM wechselte der damalige niederländische Nationalcoach kurz vor Schluss den Torhüter. Österlein machte es wie der General. Er nahm Arek Salzburg vom Feld und brachte zwei Minuten vor dem Ende der Verlängerung Michael Singer. "Der Abteilungsleiter und ich sind zusammen auf die Idee gekommen", meinte Österlein. "Arek hat im Spiel bereits zwei Elfmeter nicht gehalten. Und Michi hat in der vergangenen Saison, als er ein paar Mal gespielt hat, fünf oder sechs pariert." Gegen Mainhardt hielt er drei Stück. "Der Trainer hat richtig entschieden", sagte Singer grinsend. Österlein hatte zuvor gefragt, ober ins Spiel will. "Da kommt nichts anderes in Frage. Da kann man nicht nein sagen", meinte der Torhüter. Zu hoch wollte er seine Leistung indes nicht hängen. "Beim Elfmeterschießen ist es immer 50:50. Entweder man hält oder eben nicht. Vielleicht war es einfach Glück oder doch das richtige Gefühl, dass ich die Ecke geahnt habe", meinte Singer trocken.

Während des Spiels hatte sich eher Heiko Feucht, Schlussmann des VfL Mainhardt, in den Vordergrund gespielt. Immer wieder war er bei Dimbacher Chancen zur Stelle, brachte die SV-Stürmer beinahe zur Verzweiflung und rettete seine Mannschaft so ins Elfmeterschießen. Denn die besseren Möglichkeiten hatte der B-Ligist. Doch es fehlte die Kaltschnäuzigkeit, die Partie früher zu entscheiden. "Es hätte nicht so weit kommen müssen", meinte auch Österlein. "Aber jetzt ist es so. Mich freut es auch für die Jungs. Die haben die ganze Runde Gas gegeben."

In der vergangenen Saison waren die Dimbacher noch in der ersten Runde der Relegation am SV Westheim gescheitert. Dieses Mal machten sie es besser. Erst wurde der SSV Schwäbisch Hall im Duell der B1- und B2-Ligisten besiegt. Dann setze sich die spielstarke Mannschaft gegen Mainhardt durch. "Die erste Halbzeit haben wir verpennt", sagte Österlein. "Die sind gut draufgegangen und wir waren körperlich überhaupt nicht da." Erst nach 20, 25 Minuten sind die Dimbacher in die Partie gekommen. "Dann hatten wir auch die klareren Chancen", sagte Österlein. "Und wir waren jetzt ja zwei Mal hintereinander in der Relegation, da darf man auch mal Glück haben." Und dem Spielverlauf der beiden Partien in diesem Jahr, war der Aufstieg auch verdient.

Spontane Feier Eine Feier hatten die Dimbacher nicht geplant. "Spontan ist das doch immer am schönsten", sagte Österlein. Der Coach hatte sich aber vorsorglich mal Urlaub genommen.

Und dann kam er noch in den zweifelhaften Genuss einer Dusche mit einem Gemisch aus Bier und Eiswasser.