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Fußball in Baden-Württemberg
Montag, 6. Juli 2015

Heißer Auftakt für den VfB Eppingen

Von Unserem Redakteur Eric Schmidt

Landesligist beginnt bei 37 Grad mit der Vorbereitung auf die neue Saison - Prommer nicht mehr dabei


 

 

Heißer Auftakt für den VfB Eppingen

Am Ball: Maximilian Kuhnle ist einer von mehreren Neuen im Team des VfB Eppingen. Sechs Wochen hat der Fußball-Landesligist Zeit, um sich auf die kommende Saison vorzubereiten.Fotos: Marc Schmerbeck 

Marco Unser weiß, was hitzefrei ist. Der Cheftrainer des VfB Eppingen ist Lehrer von Beruf und musste schon so manche Schulstunde wegen zu hohen Temperaturen ausfallen lassen. Gestern allerdings fand sein Unterricht wie geplant statt. Um 11.30 Uhr stand der 34-Jährige auf dem Rasen im Kraichgaustadion und trieb die Mannschaft des VfB an. Es wurde trainiert, na klar - trotz 37 Grad. "Es ist aber nur ein kurzes Training", sagte Unser.

Der VfB, er schwitzt wieder. Mit der offiziellen Mannschaftspräsentation und einer ersten Übungseinheit startete der Fußball-Landesligist aus dem Kraichgau in die Vorbereitung. Sechs Wochen haben die "Roten" jetzt Zeit, um sich in Schuss zu bringen für eine Saison, die mit dem Derby am 15./16. August gegen den TSV Michelfeld beginnt.

Der VfB ist heiß. So heiß wie "Annelie", das sahara-ähnliche Sommerhoch in diesen Tagen. "Ich denke, wir werden eine geile Saison spielen", sagt Oliver Späth, der neue Sportliche Leiter. "Wir freuen uns riesig auf die neue Runde", sagt Stefan Wild und verweist auf die reformierten Strukturen. Erstmals seit mehreren Jahren trainieren erste und zweite Mannschaft wieder getrennt. Marco Unser kann seinen 21 Mann starken Kader ganz gezielt schulen und fördern. Unterstützt wird der Cheftrainer dabei von Lothar Berneker und von Henrik Arnold, dem bisherigen Trainer der "Zweiten". Wenn Unser in der Vorbereitung heiratet und sich für sechs, sieben Tage in eine Flitterwoche begibt, werden sich Arnold und Berneker um die Trainingsarbeit kümmern.

Gute Rolle Was drin ist? Nach Platz fünf in der vergangenen Saison will sich der ambitionierte Club verbessern. Das A-Wort Aufstieg nimmt aber niemand öffentlich in den Mund. "Wir müssen realistisch bleiben. Es ist immer die Frage, wie man durch eine Runde kommt, wer sich verletzt. Es gehört auch Glück dazu", sagt Oliver Späth, den sie beim VfB nur "Mucki" nennen. "Wir haben gesagt, dass wir in zwei, drei Jahren nach oben wollen. Jetzt wollen wir, wie in jedem Jahr, vorne mitspielen", erklärt Stefan Wild.

Die Mannschaft hat Potenzial - auch wenn sie in der Sommerpause einen unerwarteten Abgang hinnehmen musste. Neben Aykut Yaramaz, (SV Heilbronn), Enes Zafer (Türkgücü Eibensbach), Stephan Landes (FC Zuzenhausen), Andreas Hilsenbeck und Christian Gräßle (ein Jahr Australien) hat nun auch Torjäger Ben-Richard Prommer den Verein verlassen. "Mucki" Späth fiel aus allen Wolken, als der Stürmer ihn via Handy über seinen Wechsel informierte. Späth bestellte Prommer noch zu einem Gespräch ein, an der Tatsache an sich änderte sich aber nichts. Prommer will künftig für den Oberligisten SV Sandhausen II für Tore und Furore sorgen. "Wir haben versucht, ihn zu halten. Er hatte uns ja uns auch schon zugesagt. Aber da war nichts zu machen", so Späth.

Sportlich ist der Weggang ein herber Verlust. 20 Tore hat Prommer bei seinen 27 Einsätzen für den VfB in der zurückliegenden Saison erzielt. Beim aufregenden 4:4-Unentschieden gegen die SG Wiesenbach glückten ihm drei Treffer, ebenfalls drei Mal schlug er beim 5:0-Triumph gegen den VfB Gartenstadt zu. Allerdings: Prommer hatte nicht nur Freunde im Team. Der flotte Mann übertrieb es bisweilen mit dem Drang zum Tor und übersah gelegentlich den besser postierten Mitspieler, was für Unmut in den eigenen Reihen sorgte.

Zuversicht "Es ist schade, dass Ritchie nicht mehr da ist. Aber mit hängenden Köpfen rennen wir deshalb nicht hier rum", sagt Stefan Wild. Zupass kommt dem Verein, dass er sich frühzeitig um andere Stürmer gekümmert hatte. Mit Kevin Haas vom SV Schluchtern hat er jemanden geholt, der kein Navigationsgerät braucht, um das Tor zu finden. "Kevin Haas passt auch menschlich zu uns und ist mannschaftsdienlich", sagt Spielleiter Thomas Zehender und ist auch auf die anderen Neuen gespannt. Auf Markus Willert, Mike Kappes und Dimitrios Babanatsas, die vom FC Zuzenhausen gekommen sind. Auf Maximilian Kuhnle (eigene A-Jugend) und auf Pascal Söll und Louis Schmidt. Söll hat in der vergangenen Saison mit den A-Junioren von 1899 Hoffenheim in der Bundesliga gespielt und kehrt nun zum VfB zurück, Schmidt hat zuletzt bei der Neckarsulmer Sport-Union Verbandsliga-Erfahrung gesammelt.

Geht es nach "Mucki" Späth, wird mit der neuen Mannschaft des VfB die Post abgehen: "Wir haben ein Team, das laufstark ist, das mutig ist und mit Herz und Willen wieder das Stadion rockt."

 

 

Heißer Auftakt für den VfB Eppingen

Schnupperte in Neckarsulm Verbandsliga-Luft: Louis Schmidt. 

 

 

Heißer Auftakt für den VfB Eppingen

Soll die nötigen Tore schießen: Angreifer Kevin Haas. 

 

 

Heißer Auftakt für den VfB Eppingen

Ist von den Hoffenheimer A-Junioren zurückgekehrt: Pascal Söll.