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Fußball in Baden-Württemberg
Donnerstag, 25. Juni 2015

Die logische Meisterschaft

Von Unserem Redakteur Alexander Bertok

Aramäer Heilbronn feiern Pokalsieg und den Titelgewinnin der Bezirksliga Unterland - Vorfreude auf Landesliga-Premiere


 

 

Die logische Meisterschaft

Der Siegerkreis der Aramäer Heilbronn war in der abgelaufenen Saison sehr oft zu sehen. Der Verein beteiligt sich erst seit 2005 an der WFV-Runde und spielt nun erstmals in der Landesliga.Foto: Bertok 

Im achten Jahr der Bezirksliga-Zugehörigkeit haben es die Aramäer Heilbronn geschafft, die Mannschaft ist Meister der Bezirksliga und steigt erstmals in die Landesliga auf. Als Sahnehäubchen feierte der Verein mit dem Gewinn des Bezirkspokals das Double. Außergewöhnlich an den Erfolgen ist, dass es in der Winterpause einen Wechsel auf der Trainerposition gegeben hat. Auf Platz zwei liegend, verabschiedete sich das Duo Torsten Schlegel und Alexander Hofer in Richtung SV Schluchtern. Nachfolger wurde Marcus Montes, der zuvor lediglich Trainererfahrung im Jugendbereich bei den Landesstaffel-C-Junioren und Verbandsstaffel-B-Junioren des FC Union Heilbronn gesammelt hatte.

Ohne Erfolgsdruck

Die Mannschaft der Aramäer wurde in den vergangenen Jahren behutsam und ohne Erfolgsdruck stetig verstärkt, der Titelgewinn ist letztlich die logische Konsequenz der Arbeit.

"Die Meisterschaft war eigentlich erst für die nächste Runde das Ziel", erzählt Abteilungsleiter Daniel Maroge. "Alle haben den gleichen Anteil an den Erfolgen. Schlegel/Hofer haben die Mannschaft aufgebaut, Montes hat für die Vollendung gesorgt. Er hat zwei, drei Spiele zur Eingewöhnung benötigt, und dann die Jungs laufen und offensiven Fußball spielen lassen." Montes hat die Aramäer zum besten Rückrundenteam geformt, kein anderer Verein, hat in der zweiten Saisonhälfte weniger Gegentreffer hingenommen und mehr eigene Tore erzielt.

"Im Endeffekt habe ich ein funktionierendes Team übernommen und meine eigenen Ideen eingebracht, das hat gepasst", erklärt Marcus Montes, der für sich die Erfahrung gemacht hat, dass im Männerbereich leichter zu arbeiten ist. "Bei den Aktiven spricht man mit den Spielern, im Juniorenbereich mit den Eltern. Bei den Jugendlichen kommen zudem die erste Freundin, Schule und die Pubertät hinzu. Die Jugendarbeit ist umfangreicher. Bei Nachwuchsspielern hat man mehr Einfluss auf deren Entwicklung. Aktiven kann man nur noch den Feinschliff verpassen."

Verstärkungen

Für die Premierensaison in der Landesliga haben sich die Aramäer verstärkt. Vom FC Union Heilbronn kommen Torhüter Fabio Lombardo, Betim Rugovaj und Manuel Mölle, der nach seiner Jugendzeit zuletzt ein Jahr pausiert hat. Zudem wurden Alexander Stahl vom SC Abstatt sowie Lahud Abdulahad vom Friedrichshaller SV verpflichtet. Von den eigenen A-Junioren stößt Jermaine Wesley zur 1. Mannschaft. Als Abgänge stehen Patrick Rapp (Spielertrainer TSV Biberach) und Martin Frey (SV Schluchtern) fest.

"Unsere Kaderplanungen sind nicht abgeschlossen, wir suchen noch einen oder zwei Spieler für die Defensive", sagt Maroge. Bedingt durch den bisher dünnen Kader wurde die zweite Mannschaft in der Kreisliga-B zur Saison-Halbzeit aus dem Spielbetrieb genommen, wird aber zur Saison 2015/2016 wieder angemeldet. Der Etat in der Landesliga liegt über dem der Bezirksliga. "Im Vergleich zu anderen Vereinen in dieser Spielklasse bewegen wir uns auf niedrigem Niveau, im mittleren fünfstelligen Bereich", stellt Maroge klar, dass die finanziellen Mittel begrenzt sind. Das sportliche Ziel ist den Gegebenheiten angepasst.

"In aller Demut kann es für uns als Vorgabe nur den Klassenerhalt geben", sagt Montes. "Wir versuchen es besser zu machen, als der eine oder andere Verein aus dem Unterland vor uns. Landesliga, das ist ein völlig anderer Fußball, mit mehr spielerischen Komponenten und mehr Taktik. Da werden wir sicherlich des öfteren hinten rein gedrückt." Und so dürfte die Konterstärke der Aramäer gefragt sein. "Da kommen unsere schnellen Spitzen zur Geltung", ist Montes überzeugt.

Die sportliche Heimat der Aramäer Heilbronn ist das Schulsportgelände des Justinus-Kerner-Gymnasiums in Sontheim-Ost. Der dortige Rasenplatz ist jedoch in einem schlechten Zustand.

Lösung

"Wir befinden uns in Gesprächen mit der Stadt Heilbronn", ist Aramäer-Abteilungsleiter Daniel Maroge zuversichtlich, dass eine zufriedenstellende Lösung gefunden wird. So könnte der JKG-Platz gerichtet und nur für den Spielbetrieb genutzt werden. In diesem Fall würde den Aramäern ein anderes Trainingsgelände zur Verfügung gestellt werden. Eine andere Variante ist, wie bisher in Sontheim zu trainieren und die Punktspiele auf einem anderen Sportplatz auszutragen.